So lebt’s sich lange: in der Blauen Zone wohnen und Bohnen essen

Das Rezept für Langlebigkeit ist eigentlich ganz einfach. Dass es nur begrenzt AnhängerInnen findet, hängt hoffentlich nicht an den Bohnen.

„Blue Zones“ sind die Gegenden, in denen auffallend viele Menschen über 100 Jahre alt werden. Der US-amerikanische Forscher Dan Buettner hat weltweit fünf Zonen identifiziert und deren Anwohner ausgefragt, was sie anders machen als der Rest der Welt. Heraus kam, diese Menschen essen täglich Hülsenfrüchte. Und darin sieht Buettner ernährungstechnisch die Langlebigkeit am stärksten verknüpft. Denn Hülsenfrüchte liefern ja nicht nur pflanzliches Protein und weitere Nährstoffe, sondern vor allem auch wichtige Ballaststoffe, die Blutfettwerte senken und Cholesterin ausscheiden helfen.

Aber ganz ehrlich, es ist nicht die Ernährung allein, die einem zum Hundertjährigen werden lässt. Genauso wichtig sind soziale Kontakte und sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen. Zudem sollte man sich immer wieder neue Herausforderungen suchen und einen Grund für das tägliche Aufstehen haben. Sich viel bewegen und regelmäßige Auszeiten machen das Rezept komplett. Klingt doch machbar!

2x Europa, 1x Asien, 1x Lateinamerika, 1x Nordamerika

Von den fünf blauen Zonen liegen übrigens zwei in Europa: eine in Italien in den Bergen von Sardinien – hier werden insbesondere die Männer sehr alt und bleiben vital – , die andere liegt in Griechenland auf der Insel Ikaria. Rund ein Drittel der Menschen werden auf Ikaria 90 Jahre alt. Das ist die höchste Konzentration langen Lebens weltweit. Gleichzeitig liegt die Krebsrate bei nur 20% und Demenz existiert kaum.

Die anderen blauen Zonen sind Okinawa in Japan, Loma Linda in Kalifornien (USA) und Nicoya Peninsula in Costa Rica. Im Gegensatz zu Sardinien sind es auf Okinawa die Frauen, die besonders lange und beschwerdefrei leben. Wenn sie sterben, dann meist im Schlaf. Auch das soll mit der Ernährung zusammenhängen, die überwiegend pflanzlich ist, mit viel Tofu und generell kleineren Portionen. Die Menschen auf Okinawa hören nämlich auf zu essen, wenn der Magen bis zu 80% gefüllt ist. Überessen gibt es hier nicht. Neben der Ernährung wird auch sehr viel Wert auf das soziale Umfeld gelegt. Jeder Bewohner hat hier durchschnittlich sechs enge Freunde. Zum Vergleich: Ein US-Amerikaner hat 1,5 enge Freunde im Schnitt.

Auf Loma Linda in Kalifornien kam Buettner erst, als er immer wieder gefragt wurde, ob es nicht auch in den USA eine Blue Zone gebe. Er fand sie bei den Adventisten. Die Frauen werden bis zu neun Jahre, die Männer bis zu elf Jahre älter als der durchschnittliche Amerikaner (76 Jahre). Obwohl diese Glaubensgemeinde sehr heterogen ist, schafft sie es, Menschen unterschiedlichster Herkunft durch ihre gemeinsame Lebensweise miteinander zu verbinden. Gemeinsames Wandern, viel in der Natur sein und ein freier Tag für alle in der Woche sind Entspannungspausen, die sich positiv auf das gesamte Leben auswirken.

Wer mehr über die Blauen Zonen und die dortigen Lebensweisen erfahren möchte, sollte Dan Buettners Buch „The Blue Zones: Lessons for Living Longer from the Peoplw Who‘ve Lived the Longest“ lesen oder mal auf seiner Website (nur auf Englisch) vorbeischauen: https://www.bluezones.com Hier gibt’s übrigens auch viele Rezepte.

Wie man nicht stirbt

Auch in dem Buch „How not to die: Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern – und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen“ von Dr. Michael Greger kommen Hülsenfrüchte ziemlich gut weg. So wird zum Beispiel aufgeführt, dass Menschen, die beträchtliche Mengen Hülsenfrüchte essen – also wie ich – in der Regel weniger wiegen. Sie haben zudem schlankere Taillen, sind weniger oft fettleibig und haben einen niedrigeren Blutdruck als Menschen, die kaum Hülsenfrüchte essen. Natürlich stellte sich die Frage, ob die Leute, die mehr Hülsenfrüchte essen, sich auch generell besser ernähren?

Dem wurde mit einer Interventionsstudie nachgegangen, d.h. anstatt zu beobachten, was die Menschen essen, wurde ihre Ernährung verändert und gewartet, was passiert. Die Wissenschaftler teilten dafür übergewichtige Probanden in zwei Gruppen. Die erste Gruppe wurde gebeten, jede Woche fünf Tassen Linsen, Kichererbsen, Spalterbsen oder weiße Bohnen zu essen, ansonsten aber nichts an ihrer Ernährung zu ändern. Die zweite Gruppe wurde gebeten, einfach 500 Kalorien am Tag weniger zu essen.

Das Ergebnis: Die Gruppe, die mehr aß, bekam die schlankere Taille und den verbesserten Blutzuckerspiegel. Auch eine verbesserte Cholesterin- und Insulinregulierung gab es hier.

Dr. Greger empfiehlt sogar 3 Portionen Hülsenfrüchte täglich, also zu jeder Mahlzeit. Wir sind Geschwister im Geiste. 🙂

Hier noch der Link zu seiner englischsprachigen Website: https://nutritionfacts.org/

Und nun ran an die Bohnen!

2018-05-13T12:51:21+00:00 Mai 8th, 2018|

About the Author:

Ich treibe den Pro-Kopf-Verbrauch von Hülsenfrüchten in Deutschland immens in die Höhe. Pro Monat esse ich rund 2 Kilo Bohnen, Erbsen und Linsen. Das allein ist schon das Doppelte des durchschnittlichen Pro Kopf-Verbrauchs im Jahr in Deutschland.

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