Nährstoffwunder: Microgreens

Microgreens Erbsen

„Microgreens“ klingt irgendwie hipper und mehr fancy als „Keimlinge“. Vielleicht brauchen sie ja genau das, um in unseren Küchen wieder den Platz zu bekommen, der ihnen wirklich gebührt. Kleine, grüne Nährstoffwunder, die insbesondere im Winter auf unsere Fensterbänke gehören. 

Die Vorteile

Bye bye Sprossen, welcome Keimlinge! Jetzt lasse ich tatsächlich die Sprossen ziehen und die Keimlinge einziehen. Der Grund: der Geschmack. Und etwas pflegeleichter sind sie auch, brauchen weniger Aufmerksamkeit bei gleichem Nährstoffgehalt. Denn die Keimlinge tragen – wie auch Sprossen – die geballte Energie in sich, die die Pflanze benötigt, um groß zu werden. Der Anteil an Vitaminen, Spurenelementen (besonders Vitamin A, B6, C und Eisen) und Proteinen ist daher um ein Vielfaches höher als in der gleichen Menge der ausgewachsenen Pflanzen. Dazu brauchen sie weniger Platz und Pflege. Ohne Garten, ohne Düngen, ohne Jäten und Pikieren können sie aus eigenem Anbau – selbst im tiefsten Winter – nach zwei bis drei Wochen einfach abgeerntet und verspeist werden. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollten Microgreens nicht erhitzt oder tiefgekühlt werden. Am besten frisch und roh im Salat (wie hier bei diesem Winter-Salat mit roter Bete), als Topping auf Suppe oder Sandwich oder im Smoothie verzehren. 

Welches Saatgut eignet sich für Microgreens?

Besonders schnellwüchsige Kräuter und Gemüsesorten eignen sich, dazu zählen auch Bohnen und Erbsen. Erbsen sind besonders köstlich, sie schmecken sie wie frische Zuckerschoten. Am besten Bio-Saatgut verwenden. Die Samen werden sehr dicht ausgesät und für die geschmackliche Variationen können auch unterschiedliche Sorten in einer Pflanzenschale ausgesät werden, wenn sie eine ähnliche Keimzeit haben. 

So funktioniert der Anbau

Die Aussaat von Microgreens unterscheidet sich eigentlich nur wenig von der herkömmlichen Gemüseaussaat. Am professionellsten sind Anzuchtschalen mit Abzugslöchern oder erdfreie Siebschalen, wie sie für die Aussaat von Kresse üblich sind. Im Prinzip kann jede andere flache Schale verwendet werden, sogar  eine Auflaufform oder eine längs aufgeschnittene Safttüte eignet sich für den Anfang. Die Schale etwa zwei Zentimeter hoch mit feinkrümeliger Kompost- oder Anzuchterde füllen. Zusätzliche Kokosfasern erhöhen die Wasserspeicherkraft und Luftdurchlässigkeit des Substrats. Das Saatgut sehr dicht aussäen und die Samen mit der Erde leicht andrücken. Das kleine Beet am besten mit einer Sprühflasche intensiv anfeuchten und die ersten Tage abdecken. Optimal ist ein heller Platz auf einem Fensterbrett ohne direkte Sonne. Wenn die Anzuchtschale zudem auf einem kleinen Podest steht, kann die Luft auch unter der Schale zirkulieren. Als Gießwasser eignet sich besonders frisches, zimmerwarmes Leitungswasser. Abgestandenes Wasser bitte nicht verwenden, weil es keimbelastet sein kann. Sind die Pflänzchen nach vier bis sechs Tagen deutlich gewachsen, kann die Abdeckung weg. Nach zehn bis 14 Tagen – wenn sich nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare ausgebildet haben und die Pflänzchen etwa 15 Zentimeter hoch sind – sind die Microgreens erntereif. Dann ein fingerbreit über der Erde abschneiden und sofort verarbeiten. 

Gleichmäßig feucht halten

Die einzige wirkliche Schwierigkeit beim Anbau von Microgreens ist – ähnlich wie bei Sprossen -, das richtige Level an Feuchtigkeit zu finden, damit die Samen schnell wachsen, aber nicht zu faulen beginnen. In der Anfangsphase am besten eine Sprühflasche zum Befeuchten verwenden. Erst wenn die Pflanzen beinahe erntereif sind, vertragen sie eine größere Menge Wasser. Liegen die Samen über längere Zeit in zu nasser Erde, oder ist der Standort zu kühl, kann sich Schimmel bilden. Dann darf die Microgreen-Kultur nicht mehr verzehrt werden und muss entsorgt werden.  

Microgreens-Salat

2018-12-08T15:12:46+00:00November 26th, 2018|

About the Author:

Ich treibe den Pro-Kopf-Verbrauch von Hülsenfrüchten in Deutschland immens in die Höhe. Pro Monat esse ich rund 2 Kilo Bohnen, Erbsen und Linsen. Das allein ist schon das Doppelte des durchschnittlichen Pro Kopf-Verbrauchs im Jahr in Deutschland.

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