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Zukunft bei 78° 14′ 17.6″ N, 15° 26′ 50″ E

Saxa_grossSaxa_BlueteHier ein Blick auf meine Fensterbank, wo Saxa lebt
und sie die wertvollste Währung der Welt sprießen lässt: samenfestes Saatgut.
Aus feinen, zartrosa Blüten kommt es gebündelt in Schoten hervor,
sechs gelbe Bohnen in jeder Schote, 15 Schoten an einer einzigen Saxa.

Saxa ist eine alte Buschbohnen-Sorte, besonders robust und lecker, und konnte sich den Patentierungsversuchen von Saatgutkonzernen bislang entwinden. Der Kampf ums Saatgut ist heftig, und profitabel: Denn wer die Saat hat, hat das Sagen. 

Saxa_vieleSchotenArtenvielfalt vs. Hochleistung

Das einst geschlossene System der bäuerlichen Landwirtschaft mit rein samenfestem Saatgut, bei dem einfach von der Ernte für die nächste Aussaat etwas zurückhalten wurde, ist mit dem Beginn der »Grünen Revolution« in den 1960er Jahren und der Entwicklung von Hochertragssorten weitgehend vorbei. Was als Instrument zur Verbesserung der weltweiten Ernährungssituation und zur Prävention von gewaltsamen Revolutionen gedacht war, zeigt inzwischen seine Schattenseiten. So ist heute zum Beispiel nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Pflanzenvielfalt erhalten. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO) sind allein im Laufe des 20. Jahrhunderts 75% der Kulturpflanzenvielfalt verloren gegangen. In Indien gab es beispielsweise vor der »Grünen Revolution« ca. 50.000 Reissorten, 20 Jahre später nur noch geschätzte 40 Sorten.

Eine große Artenvielfalt ist jedoch überlebenswichtig. Je größer sie ist, um so größer ist auch die genetische Bandbreite an Eigenschaften, mit denen auf veränderte Umweltbedingungen reagiert werden kann. Als zum Beispiel in den 1970er Jahren in Indien große Teile der Reisernte durch ein Virus vernichtet wurden, werden 6.273 Reissorten nach Resistenzen untersucht, bis schließlich eine gefunden wurde. Durch deren Einkreuzung konnte die Verbreitung des Virus eingedämmt werden.

Saxa_SchoteWeltweiter Saatgut-Tresor auf Spitzbergen – 78° 14′ 17.6″ N, 15° 26′ 50″ E –

Um die verbliebene Artenvielfalt, wie auch die Saxa, für zukünftige Generationen zu sichern und vor Naturkatastrophen sowie Kriegen zu schützen, wurde 2008 eine Art moderne Arche Noah als »externe Festplatte« und »Back-up« auf Spitzbergen, 1.000 km vom Nordpol, geschaffen. 4,5 Millionen Saatgutproben von Nutz- und Kulturpflanzen aus aller Welt werden dort in einem frostigen Tresor bei -18° Celsius beherbergt. Im Permafrostboden eingelagert, soll das Saatgut so für mehrere Hundert Jahre keimfähig bleiben, Erbsensamen gar 10.000 Jahre.

Insgesamt 175 Länder beteiligen sich an dieser größten Saatgutbank der Welt (hier kann man ihr einen interaktiven Besuch abstatten). Aus dem syrischen Aleppo wurden vor den Kämpfen noch schnell 115.000 Samen aus der dortigen Saatgutbank nach Spitzbergen in Sicherheit gebracht. Deutschland lagert rund 10.000 Samenproben von Bohnen (inklusive Saxa), Kichererbsen, Hafer, Gerste und Weizen auf Spitzbergen ein. Die Eigentums- und Nutzungsrechte verbleiben bei der Genbank, die die Samenproben eingereicht hat, und dürfen auch nur von ihr wieder entnommen werden. Die Einrichtung auf Spitzbergen ist quasi ein Bankschließfach und nur für die Lagerung der Bestände zuständig.

Saxa_macro

Das Saatgut meiner Saxa ist dagegen nur drei bis vier Jahre – ungekühlt – keimfähig.
Auf der Fensterbank habe ich es dieses Jahr vermehrt, und nächstes Jahr darf’s dann auch raus ins Beet.

Saxa_Buendel_ex_mehrRand

2016-03-08T10:01:05+00:00 Juli 20th, 2015|

About the Author:

Ich treibe den Pro-Kopf-Verbrauch von Hülsenfrüchten in Deutschland ganz schön in die Höhe. Pro Monat esse ich bestimmt 2 Kilo Bohnen, Erbsen und Linsen. Das allein ist schon das Doppelte des deutschen Jahres-Durchschnittsverbrauchs.

One Comment

  1. Grüne Fritten 12. Juli 2016 at 21:36 - Reply

    […] haben zwei Ernte-Phasen, zunächst als frisches Gemüse (meist im Juli/August in Deutschland) und später als […]

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