Setsubun: Der Tag des Bohnenwerfens zum Frühlingsbeginn

geröstete Sojabohnen

Dieser Brauch aus Japan ist mir bisher doch glatt entgangen, trifft aber genau meinen Geschmack! Hier wird zunächst mit Bohnen geworfen bevor sie gegessen werden. Glück bringt es auch!

Setsubun ist nämlich das Fest, mit dem der Winter verabschiedet und der Beginn des Frühjahrs gefeiert wird. Traditionell findet es am 3. Februar statt und markiert die Jahreszeitenwende nach dem alten Mondkalender in Japan. Ähnlich einem Neujahrsbrauch werden an diesem Tag zum Vertreiben des Bösen aus dem alten Jahr, aber auch zum Willkommen des Guten im neuen Jahr geröstete Sojabohnen geworfen. Das Ganze nennt sich „mamemaki“.

Doch warum ausgerechnet Bohnen?

Das wird mit dem Wortspiel „mame“ – japanisch für Bohne – und „mametsu“ – was „Böses auslöschen“ bedeutet – erklärt. Wichtig ist natürlich auch, wer die Bohnen wirft und wohin. In den früheren Zeiten von Großfamilien durfte nur das Familienmitglied werfen, dessen chinesisches Tierkreiszeichen mit dem des neuen Jahres übereinstimmte. Für 2018 wären es also alle im Jahr des Hundes-Geborenen gewesen. Traditionell wurde zwei Mal in die glücksbringende und zwei Mal in die unglücksbringende Richtung des neuen Jahres geworfen.

Das ist heute anders – und spektakulärer für Kinder: Denn sie dürfen jetzt ihre Eltern bewerfen. Diese sind mit einer Dämonenmaske verkleidet. Beim Werfen rufen die Kinder laut „Oni wa Soto! Fuku wa uchi!“ („Dämonen raus! Glück hinein!“).

Natürlich bringen die Bohnen auch gegessen Glück und vertreiben Böses sowie Krankheiten und Leid. Die richtige Menge an „Glücksbohnen“ ist übrigens an das eigene Alter gekoppelt und wird mit Aussicht auf die kommenden Jahre verdoppelt. Die bereits geworfenen Bohnen dazu einfach aufsammeln, abzählen und essen.

Geröstete Sojabohnen – fuku mame – sind köstlich, aber noch raffinierter schmecken sie mit einem Hauch Sojasauce. Zum Werfen sind die ohne Sojasauce allerdings besser geeignet. Unbedingt ausprobieren!

P.S.: Ach ja, nicht erschrecken, geröstet sehen Sojabohnen ein bisschen aus wie Maden oder auch Drohnen (männliche Bienen).

P.P.S.: Meine Sojabohnen stammen übrigens direkt aus Berlin; gewachsen auf dem kleinen Weltacker, der letztes Jahr Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) war. Wer mehr über den Weltacker erfahren möchte, klickt hier: https://www.2000m2.eu/de/leitsystem/

Setsubun

FÜR 4 PORTIONEN

250 g eingeweichte Sojabohnen
1 EL Öl (Pflanzen-, Sesam- oder Erdnussöl)
1 EL Sojasauce oder Tamari

Fuku Mame (geröstete Sojabohnen)

Die Sojabohnen über Nacht einweichen. Abspülen und mit einem Tuch trocken tupfen.

In einer Schüssel Öl und Sojasauce mischen, die Sojabohnen dazugeben, gut vermengen und ca. 30 Minuten marinieren.

Backofen auf 175 °C vorheizen.

Die marinierten Sojabohnen auf einem Backblech ausbreiten und im Ofen für ca. 40 Minuten rösten. Hin und wieder wenden, so dass die Bohnen von allen Seiten gleichmäßig bräunen können.

Auf einem großen Teller auskühlen lassen.

2018-04-11T19:31:00+00:00 Februar 12th, 2018|

About the Author:

Ich treibe den Pro-Kopf-Verbrauch von Hülsenfrüchten in Deutschland immens in die Höhe. Pro Monat esse ich rund 2 Kilo Bohnen, Erbsen und Linsen. Das allein ist schon das Doppelte des durchschnittlichen Pro Kopf-Verbrauchs im Jahr in Deutschland.

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