Streetfood aus heimischen Hülsenfrüchten

Heimische Huelsenfruechte

Jetzt wird’s echt eng für die Kichererbse: Sie bekommt heimische Konkurrenz! Ackerbohne und gelbe Erbse können ihr nämlich locker den Rang ablaufen, wenn es um Falafel und Hummus geht. Fakt ist, Falafeln aus Ackerbohnen schmecken einfach besser als die aus Kichererbsen (auch beim letztjährigen Falafel-Festival in London war die Gewinner-Falafel aus Ackerbohnen), und beim Hummus liegen Kichererbse und gelbe Erbse – auch optisch – gleich auf.

Ackerbohne & Erbse to-go

Zum Tag der offenen Tür des Lehr- und Versuchsguts Köllitsch, das zum Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gehört, durfte ich im Auftrag des Demonstrationsnetzwerks Ackerbohne/Erbse Sachsen ein Streetfood-Menü aus heimischen Hülsenfrüchten kreieren. Neben Falafel und Hummus gab es fruchtig-sommerlichen Erbsennudel-Salat, Bohnenbrownies und knallgrüne Erbsen-Muffins zum Kosten.

Hintergrund der Aktion ist die gute Neuigkeit, dass wieder mehr Körnerleguminosen – also Hülsenfrüchte – in Deutschland angebaut werden. Die weniger gute Nachricht ist, sie enden meist sie in Tierfuttermischungen. Oder in der industriellen Verabeitung. Dort werden zum Beispiel Erbsen in ihre Einzelteile wie Protein, Stärke und Fasern zerlegt und zu Proteinpulver, chinesischen Glasnudeln oder exklusivem Hundefutter für adipöse Vierbeiner weiterverarbeitet.

Mir wäre natürlich besser lieber, sie würden wieder als Lebensmittel geschätzt. Denn genau das waren sie mal. Und als Beweis gab’s in Köllitsch diese Leckereien.

Falafel

Falafel & Hummus

Die Ackerbohne (auch als „Dicke Bohnen“ und „Puffbohnen“ bekannt) ist einfach die bessere Kichererbse, wenn es um die Falafel geht. Überhaupt war sie einst das wichtigste Nahrungsmittel überhaupt – ok, das ist schon etwas länger her, im Mittelalter war’s. Dass sie von unseren Tellern verschwand, hängt vor allem mit ihrer aufwändigen Ernte zusammen. Getreideanbau ist zudem finanziell lukrativer. Doch der Nährstoffgehalt, die Energie, die sie gibt, wie auch ihre leckere Vielseitigkeit macht die Ackerbohne für mich so reizvoll und unverzichtbar. Überzeugt Dich einfach selbst!

Falafel und Hummus sind perfekt für Picknick, Party oder Büro. Wer Falafel schon mal selbst gemacht hat, weiß, hier wird nicht viel gekocht. Einweichen, mixen, formen, in Öl anbraten, fertig. Unkompliziert und schnell. Das Zeitaufwändigste ist das tatsächlich das Formen der Bällchen. Für den Hummus müssen die getrockneten gelben Erbsen zwar gekocht werden, aber auch das geht schnell. Im Schnellkochtopf sind sie in knapp 30 Minuten gar. Mixen, würzen, fertig.

Erbsennudelsalat

Sommerlicher Erbsennudel-Salat

Für den Erbsennudel-Salat hatte ich die Erbsennudeln aus heimischer Produktion vom Demonstrationsnetzwerk Ackerbohne/Erbse Sachsenzur Verfügung gestellt bekommen. Soweit ich weiß, gibt es sie derzeit noch nicht zu kaufen, doch ab September soll es soweit sein. Nudeln aus Hülsenfrüchten werden etwas anders zubereitet als Nudeln aus Hartweizen. Hier (klick!) hatte ich mal ein paar Tipps dazu aufgeschrieben. Generell finde ich, dass eine leicht bitter-scharfe Komponente (z.B. Ruccola, Radiccho, Brunnenkresse) als Kombination zu Erbsennudeln am besten passt. Frische Beeren geben dem Salat eine fruchtige Leichtigkeit.

Erbsen-Muffins

Erbsen-Muffins

Die knallgrünen, süßen Erbsen-Minz-Muffins polarisieren. Das grelle Grün schreckt ab, oder zieht an. Sieht einigen wohl zu giftgrün aus. Und dabei war es anfangs gar nicht so leicht, die Farbe von frischen Erbsen zu erhalten. Nach vier Anläufen war’s endlich soweit. Ein Hingucker sind sie auf jeden Fall.

Und jetzt der Knackpunkt

Heimische getrocknete Ackerbohnen und gelbe Erbsen sind gar nicht so leicht zu bekommen, denn bislang gibt es sie nicht in normalen Läden zu kaufen. Ich empfehle, in Hofläden, direkt beim Landwirt des Vertrauens oder auch beim Demonstrationsnetzwerk Ackerbohne/Erbse nachzufragen. Durch Deine Nachfrage steigt die Chance, dass heimische Hülsenfrüchte leichter erhältlich werden. Auf die Schnelle kannst Du natürlich auch Ackerbohnen und gelbe Erbsen in türkischen und italienischen Lebensmittelläden bekommen.

 

 

FÜR 6 PERSONEN

250 g getrocknete gelbe Erbsen
6 EL Tahin-Paste
Zitronensaft von einer halben Zitrone
3 Knoblauchzehen, zerdrückt
50 ml Kochwasser
Salz & Pfeffer zum Abschmecken

Hummus aus gelben Erbsen

Erbsen mindestens 12 Stunden in viel Wasser einweichen. 
Die eingeweichten Erbsen in ein Sieb abgießen, gut abspülen und in einem Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und köcheln lassen bis die Erbsen weich sind. Beim Abgießen das Kochwasser auffangen. 
Einige Erbsen zum Garnieren beiseitestellen, die übrigen zusammen mit Tahin, Zitronensaft, Knoblauch im Mixer feinpürieren. Etwas Kochwasser zugießen und weiter pürieren. Die Mischung soll sehr weich sein, aber noch ihre Form halten. Mit Salz & Pfeffer abschmecken. 

 

 

ca. 15 STÜCK

2 Tassen Ackerbohnen
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen; mit Salz zerdrückt
1/2 Tasse Petersilie, fein gehackt
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1 TL Koriander; gemahlen
1/4 TL Cayennepfeffer, nach Geschmack
1 TL Backpulver
Salz und Pfeffer
2 EL Mehl
Öl zum Ausbacken

 

Falafel aus Ackerbohnen

Die Bohnen über Nacht oder länger in kaltem Wasser einweichen. Abgießen und gut abspülen.   
Bohnen in einem Mixer zerkleinern. Knoblauch, Zwiebel, Petersilie und die Gewürze zugeben und gut durch mixen. Darauf achten, dass die Mischung nicht zu fein wird. 
Die Mischung für ca. 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Bällchen von ca. 2,5 cm im Durchmesser formen. Mit Mehl bestäuben.
In einem tiefen Topf Öl erhitzen und und immer einige Bällchen gleichzeitig schwimmend ausbacken. Wenden, damit sie gleichmäßig braun werden. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. 

 

 

FÜR 6 PERSONEN

500 g Erbsen-Nudeln
2 EL Apfelessig
2 EL Olivenöl
100 g Rauke
50 g Radicchio
1 Handvoll Erbsensprossen
100 g Heidelbeeren
2 EL Sonnenblumenkerne, angeröstet
optional: Griollo-Frischkäse oder Ziegenkäse
Vinaigrette:
1 EL Heidelbeeren, zerdrückt
2 Schalotten, fein gehackt
1 TL Senf
3 EL Essig
Salz & Pfeffer
5 EL Olivenöl

 

Sommerlicher Erbsennudel-Salat

Die Erbsennudeln in einem großen Topf mit kochendem Salzwasser geben und ca. 5 Minuten köcheln. Danach kalt abschrecken und die Nudeln zurück in den noch warmen Topf geben. Apfelessig und Olivenöl in einer Schlüssel verrühren und über die Nudeln gießen. Vorsichtig umrühren, da Erbsennudeln leicht brechen. Ziehen lassen. 
In der Zwischenzeit Rauke und Radiccio waschen, trockenschleudern und mundgerecht zerkleinern. Zu den Nudeln geben.
Für die Vinaigrette Heidelbeeren, Schalotten, Senf und Essig in eine Schlüssel geben. Mit Salz & Pfeffer würzen und unter kräftigem Schlagen langsam das Olivenöl zugießen, sodass sich die Zutaten zu einem homogenen Dressing verbinden. 
Vinaigrette zu Nudeln und Salat geben und gut vermischen. Heidelbeeren, Erbsensprossen, Sonnenblumenkerne und ggf. Käse unterheben. 

 

 

CA. 20 STÜCK

300 g Weizenmehl
180 g Rohrzucker
3 gestrichene TL Backpulver
1 TL Natron
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
50 ml Rapsöl
500 g Erbsen (frisch oder tiefgekühlt)
300 ml Sojamilch
1 EL Zitronensaft
1 Bund frische Minze

Knallgrüne Erbsen-Muffins

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Die Muffin-Förmchen bzw. -Blech vorbereiten, denn sobald der Teig fertig gemischt ist, muss es schnell gehen.
Zuerst alle trockenen Zutaten gut vermischen: Mehl, Backpulver, Natron, Zucker und Salz. 
Die Erbsen mit Minze und Sojamilch im Mixer pürieren. Öl dazugeben. 
Mehlmischung mit der Erbsen-Masse nur kurz mit einer Gabel verrühren, rasch in die Muffin-Förmchen füllen und für ca. 20 Minuten auf der mittleren Ebene des Ofens backen. 
Abkühlen lassen & genießen!
2017-08-13T01:00:37+00:00 Juni 2nd, 2017|

About the Author:

Ich treibe den Pro-Kopf-Verbrauch von Hülsenfrüchten in Deutschland gewaltig in die Höhe. Pro Monat esse ich rund 2 Kilo Bohnen, Erbsen und Linsen. Das allein ist schon das Doppelte des deutschen Jahres-Durchschnittsverbrauchs.

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